Kirche im Nationalsozialismus

ADN-ZB/Archiv
Kirchenwahl am 23.7.1933 in Berlin. Wahl in der Marien Kirche am Neuen Markt. Nazistische Wahlpropaganda unter Maske des Christentums.

Für die evangelischen Landeskirchen wurde die Zeit des Nationalsozialismus zu einer Zerreissprobe. Während vor der Machtergreifung Hitlers vorsichtige Zurückhaltung herrschte, war nach dem 20. Januar eine deutliche Bejahung zu beobachten. Die “Deutschen Christen”, eine innerkirchliche Gruppierung, die sich schon in der Weimarer Republik gebildet hatte, gewannen stark an Einfluss und konnten mit ihren Vorstellungen die Kirchenpolitik bestimmen. So wurden alle Landeskirchen in einer Reichskirche zusammengefasst, leglich Bayern und Württemberg stemmten sich erfolgreich gegen die Vereinnahmung. Die “Deutschen Christen” überspannten allerdings mit ihren unbiblischen Forderungen den Bogen und viele wandten sich enttäuscht ab. Die Opposition sammelte sich in der “Bekennenden Kirche”, die sich als die eigentliche Kirche Jesu Christi in Deutschland sah und mit der “Barmer Theologischen Erklärung” ein Bekenntnis evangelischer Christen in Deutschland formulierte. Die unterschiedlichen Einstellungen zu politischem Engagement und Widerstand führten allerdings zur Handlungsunfähigkeit der Bekennenden Kirche. Nach dem Krieg formulierten Mitglieder der Bekennenden Kirche die “Stuttgarter Schulderklärung”, in der sie das eigene Versagen bekannten. Dies ermöglichte einen Neuanfang, auch in der Ökumene.
Im Unterricht ist dies vor allem Thema an den Gymnasien.